Die Kirche verliert zunehmend an Relevanz – Ein Kommentar

Für viele hundert Jahre war die Kirche eine echte Institution. Sie war eng mit Politik und Wirtschaft verwoben und ein wichtiger Bestandteil des Lebens etlicher Menschen. Bürger kamen jeden Sonntag in die Kirche, der Pfarrer war ein wichtiger Ansprechpartner in Lebenskrisen und man richtete sich im Handeln nach Moralvorstellungen, die von der Bibel und den Predigen geprägt wurden.

Heute sieht das ganz anders aus.

Der Verfall der Kirche

In vielen wohlhabenden und gebildeten Nationen kann man beobachten, dass die Kirche an Relevanz verliert. Individualismus macht sich breit und lässt keinen Platz für antiquierte Lebensvorstellungen aus vergangenen Jahrhunderten. Wissenschaftliche Erkenntnisse und ein gesunder Menschenverstand entscheiden zunehmend über unser Handeln. Die Menschen werden selbstbewusster, finden vielfältige Informationsquellen vor und trauen sich ein selbstbestimmtes Denken zu.

Aus diesem Grund wird auch immer häufiger die Rolle der Kirche hinterfragt. Weshalb muss der Staat für sie Steuern eintreiben, warum steht es ihr zu Homosexuelle zu diskriminieren und mit welchem Recht vergehen sich tausendfach Angestellte der Kirche an unschuldigen Kindern und entzieht sich vollkommen legal einer Strafverfolgung?

Auswirkungen im Alltag

Es treten immer mehr Menschen aus der Kirche aus. Immer weniger Menschen interessieren sich für eine kirchliche Trauung und die Nachfrage nach Freien Trauungen schießt durch die Decke. Mit einer Ausbildung zum Freien Redner hat bekommt man so viele Anfragen wie noch nie zuvor.

Der Grund: Den schönsten Tag des Lebens will kaum jemand in der Kirche verbringen und einem fremden Pfarrer geloben die Kinder im Sinne der Kirche zu erziehen.

VIel schönes ist es doch an einem gemütlichen Ort oder im Freien so zu feiern, wie man es sich schon immer vorgestellt hat.

Ein weiterer Effekt ist, dass das Wort des Papstes und anderen Vertretern der Kirche immer mehr an Gewicht verliert. Die Menschen wissen, dass diese Personen einen immer kleiner werdenden Kreis an Menschen vertreten.

Was bringt die Zukunft?

Sehr wahrscheinlich hat die Kirche als Institution ihre besten Zeiten dauerhaft hinter sich. Zu tief war der Vertrauensbruch der letzten Jahrzehnte. Sehr gut vorstellbar ist jedoch, dass die Religiosität wieder einen Aufschwung erleben wird. Der Glaube an etwas Größeres ist beruhigend, tief in uns verankert und gibt vor allem in schwierigen Zeiten Kraft und Trost.

Die Menschen glauben seit Anbeginn der Zeit und tun es noch immer.

Ob sie dazu allerdings eine Kirche benötigen?

Früher sind wir auch gut ohne sie ausgekommen.